Was ist los in St. Pölten
Text
Roul Starka
Ausgabe
11/2025
Die Idee, dass Ricardo Zanot auf der Liste zum Gemeinderat steht, ist gut. Über 30.000 Menschen kennen ihn aufgrund seiner Facebook-Seite „Was ist los in St. Pölten“ und seines gastronomischen Betriebs „Robinson’s“ am Traisenstrand. Natürlich wird es eine Gegenbewegung geben. Das fällt unter: no na. Hoffentlich nimmt er jeden Angriff als Kompliment, dass er das – für ihn – Richtige getan hat. Ich bin mir sicher, er führt Menschen zusammen, weil er es mit seiner Facebook-Seite schon bewiesen hat. Hoffentlich verschwendet er nicht seine Kraft mit Antworten auf jedes Kindergeplärre. So sachlich und gerechtfertigt diese Antworten auch sein mögen.
Sehr gut gefällt mir das nun genauere Lektorieren seiner Texte, hoffentlich ohne ChatGPT oder Korrekturprogramme. Da waren mir letztens in seinem Posting auf Facebook zu wenig das/dass Fehler, nämlich untypischerweise gar keine. Es sind aber unsere Nicht-Perfektheiten, die uns berühren. Das Wichtigste: Einiges, was er sagt, gefällt mir überhaupt nicht. Vieles, was er sagt, gefällt mir sehr gut. Genau diese Politiker wünsche ich mir wieder. Und das Gefühl, sie stehen hinter ihren Behauptungen, komplett wurscht, ob ich das für gut empfinde. Weiters gefallen mir Politiker, die sich irren und das am nächsten Tag zugeben.
Meine erste Lieblingszeitung war das „Profil“ in den 80ern, jede Seite eine andere Sicht der Dinge, ohne das strapazierte Wort „Meinung“ alle zwei Zentimeter einzustricken. Und: Ricardo sollte sich hüten vor sprachlichen Eitelkeiten, ich kenn mich da aus.



