MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

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Vorarbeit

Text Beate Steiner Ausgabe 11/2019

Jetzt also doch nicht – Europa hat eine andere Stadt dazu erkoren, im Jahr 2024 als Kulturhauptstadt schlagartig berühmt zu werden und kulturell interessierte Touristen aus aller Welt anzuziehen. Den Juroren schmeckte das würzig-alpine Salz aus Bad Ischl besser als die süße barocke Prandtauer-Torte aus St. Pölten.
Aber: Wollten wir wirklich aus tiefster Überzeugung diesen inner-österreichischen Wettbewerb gewinnen? Wollten wir wirklich, dass urplötzlich Dubliner, Stockholmer oder Pekinger rätseln, wie sich die kulturelle City to be 2024 nennt?
Hätten wir uns da nicht ein bisserl globaler schreiben sollen? Weil: Mit Es te Punkt und zusätzlichem Umlaut tut sich jeder schwer, der außerhalb eines deutschsprachig-katholischen Umfelds aufgewachsen ist.
Und: Wollten wir wirklich die Bundeshauptstädter einfach so vor den Kopf stoßen – „Schaut her. Wir sind EUROPA-HAUPTSTADT. In Kultur.“ Hätten wir da nicht zunächst unsere Nachbarn von unserem Wandel von der stinkenden Gruselstadt zur lebenswerten Mittelstadt mit hochwertig-kulturellem Angebot überzeugen sollen? Zum Beispiel mit unseren römischen Schätzen unterm Domplatz, die international viel Beachtung fanden.
Mit dem Europa-Projekt haben wir gestartet, was uns wirklich guttut und was wir gut können. Nämlich als künftige Kulturhauptstadt des Landes nachhaltig anziehend für die Region und in der Region zu werden. Dafür haben wir jetzt zwei Jahre lang Vorarbeit geleistet, dass sich St. Pölten auch für künftige Generationen weiter zum lebenswerten Vorzeigeort im Umfeld von Wien entwickelt.