MFG - Schau, ein Stau!
Schau, ein Stau!


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St. Pöltens gute Seite

Schau, ein Stau!

Text Beate Steiner
Ausgabe 09/2023
Jetzt, nach den Ferien, wuzeln sich wieder die Kolonnen durch die Stadt. Vor jeder Schule stehen sie, mit laufendem Motor, Auspuff an Auspuff, es knallen die Türen, nachdem die mit bunten Schultaschen bepackten Kinder aus dem Fond gesprungen sind. Und weiter stauen die meist nur mit dem Lenker besetzten Autos, rollen langsam zur nächsten roten Ampel, eines hinter dem anderen. Nein, nicht die Baustellen hindern am schnellen Fortkommen, auch nicht böswillige Stadtplaner, die nicht ermöglichen, dass Schulkinder bis ins Klassenzimmer mit dem Auto geführt werden. Die Wartezeit im Auto haben die Fahrer selbst gewählt, niemand sonst ist dafür verantwortlich. Ärgern über die Stauzeit hilft da gar nix, Verhaltensänderung sehr wohl, nach dem Motto: Besser zwei Beine bewegen oder auf zwei statt vier Rädern rollen. Denn viele Strecken in der Stadt können zu Fuß oder mit dem Rad schneller zurückgelegt werden als mit dem Auto. Ja, das gilt auch für Schulkinder, denen elterliche Taxidienste nachweislich schaden – sagt eine Studie des Verkehrsclub Österreich. Denn auf dem selbständigen Weg zur Schule lernen die Kinder das richtige Verhalten im Straßenverkehr, sie werden richtig wach, können Freunde treffen, auch im Bus, wenn der Schulweg weiter ist  – und laufen ist bekanntlich gesünder als im Auto sitzen. Im Übrigen ist das Verkehrschaos vor Schulen und das Herausspringen aus in zweiter Spur parkenden Autos nicht ungefährlich.
Und noch ein Tipp: Es macht Spaß, zu Fuß an stauenden, fluchenden, in ihren Blechkisten eingesperrten Menschen vorbeizuspazieren.