MFG - In was für einer Stadt leben wir eigentlich ...
In was für einer Stadt leben wir eigentlich ...


MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Magazin
Karikatur
Archiv
Team
Logo Facebook Logo X (Twitter)

In was für einer Stadt leben wir eigentlich ...

Ausgabe 09/2026
… in der das lange Warten rund um die „Sedisvakanz“ des ehemaligen Leiner-Areals am Rathausplatz endlich ein Ende hat – und man ist zuversichtlich geneigt zu sagen: ein gutes! Denn nach der Misere von Signa und Süba, die in Sachen Verwertung des Immobilien-Filetstücks in der City das Blaue vom Himmel versprachen und rasch mit schicken Renderings zur Stelle waren, davon aber nichts realisierten und stattdessen „zwangsverkauften“ oder überhaupt in Insolvenz schlitterten, hat mit der heimischen Alpenland Genossenschaft nunmehr ein Unternehmen das Areal erworben, das für Solidität und Seriosität steht. Auf den ersten Blick hin ist dabei der Verwertungsansatz für das 9.082m² große Areal, für das man eine Mindest-Bruttogeschoßfläche von rund 22.500m² anstrebt, gar nicht so verschieden zu jenem der Vorgänger. „Unser Ziel ist ein Quartier, das Wohnen, Arbeiten, Gewerbe und weitere Nutzungen miteinander verbindet und neue Wege durch das Areal schafft“, skizziert Alpenland-Obfrau Isabella Stickler den Plan. Auch die Idee eines City-Hotels ist nach wie vor am Radar, grundlegend anders zu Signa und Süba ist freilich Sticklers klares Bekenntnis zu „leistbarem Wohnraum!“ Das stand nun so gar nicht auf der Agenda der Vorbesitzer, deren Mantra eher Gewinnmaximierung und Spekulationsgewinne waren. Dass die Alpenland das Areal erworben hat – etwas Besseres hätte der Landeshauptstadt nicht passieren können!

… in der viele über die Hitze klagten – und der Sommer pfefferte uns ja heuer wahrlich eine Reihe so richtiger „Hundstage“ vor den Latz, die nicht bei allen für ungetrübte Freude sorgten. Allerdings – die damit einhergehenden sogenannten „Tropennächte“, so man sie draußen genießen durfte, waren vielfach genial und verwandelten die St. Pöltner City zu einer pulsierenden „città italiana“, in der ein Hauch von Dolce Vita, was heißt, gleich eine geballte Ladung davon durch die Gassen und über die Plätze der Innenstadt waberte. Galt dies schon an „normalen“ lauen Sommerabenden, wenn man etwa am Rathausplatz, eingehüllt in ein murmelndes Grundrauschen, ein Kracherl genoss, so potenzierte sich das italienische Lebensgefühl made in STP im Zuge der Veranstaltungen rund um die Marie, sprich am Herrenplatz, zu absoluten Sommer-Highlights. Was dort etwa im Zuge von „Herrenplatz in Weiß“ oder der „Notte Italiana“ durch die Zusammenarbeit von Gastronomie, gleichnamigem Verein und Stadtmarketing auf die Beine gestellt wurde, war aller Ehren wert und zauberte den Besuchern nicht nur ein Lächeln auf die Lippen, sondern eine gehörige Portion Sonne ins Herz. Weit und breit sah man in die fröhlichen Gesichter von shiny happy people, und man gedachte des Herren Goethe zugeschriebenen geflügelten Wortes „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!“ Manchmal ist das Dolce Vita halt am schönsten daheim. Dafür ein mille grazie! 

… in der wir auf einen Sommer voller Komplimente zurückblicken. Beginnen wir mit dem Bahntest des VCÖ, der St. Pöltens Bahnhof als den „Besten“ in der Kategorie der „großen Bahnhöfe“ reihte. Moment. Besser als Wiener West- und Hauptbahnhof? Besser als Graz, Linz und Salzburg? Na wui, wie schlimm muss es dort erst zugehen? Schauen wir uns das seriös an. Wir verdanken den ersten Platz tatsächlich einer österreichweiten Befragung vom Mai und Juni 2026 mit über 11.000 Teilnehmenden. Wer den St. Pöltner Hauptbahnhof benutzt, beantwortete unter anderem fünfzehn Detailfragen zur Zufriedenheit mit dem Bahnhof. Bei Erreichbarkeit schnitten wir sehr gut ab, etwas schlechter waren die Themenbereiche Sicherheit, Anzahl Park & Ride Plätze und Ladestationen für E-PKWs. Jetzt wird es bizarr: Der St. Pöltner Klangturm landete bei einem Voting über neue „Weltwunder“ vor dem Pariser Eiffelturm! Was nach Clickbait-Bullshit klingt, verdient eine Erklärung. Der „World Travel & Tourism Council“ sammelt derzeit weltweit Vorschläge für sieben zeitgenössische Bauwerke, die besonders großen Einfluss auf Tourismus und Gesellschaftsentwicklung haben. Das gefiel dem Falstaff TRAVEL Magazin und sie baten ihre LeserInnen um Vorschläge. Dabei schlug ein kreativer Kopf den Klangturm vor. Beim anschließenden Voting stimmten von den rund 3.300 Teilnehmenden rund 230 Spaßvögel tatsächlich für den Klangturm – aber nur 132 für den Eiffelturm. Quel malheur!