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Familienkarriere

Text Rosa Ausgabe 06/2013

Manchmal, wenn Rosa einfach so und ganz ungezwungen durch die Stadt schlendert, sich hier, dort und da etwas Schönes gönnt, - einen Mann so zwischendurch, Zwinker - und dann spontan einfach länger bleibt als vorgesehen, dann, ja dann muss ich manchmal an sie denken: Meine Freundinnen, die sich Mitte 30 für ein Familienleben und Kinder entschieden haben und das Bett höchstens noch mit dem Baby teilen. Ja, es war eine Entscheidung. So, als müssten sie entscheiden, in welchem Urlaubsflieger der Sommer 2013 startet oder welches Auto den Fuhrpark in der Garage vergrößern darf. So eine Familienplanung ist ja immerhin eine Entscheidung fürs Leben. Rückgängig machen geht dann eher schwer. Die Scheidung vom Kind hat glaub ich auch noch niemand erfunden – in Betracht gezogen vielleicht schon. Und auch wenn das Geschrei und Geheule bei der frohen Botschaftsüberbringung der lieben Freundinnen an Rosa stets ein großes und gar feuchtes war, hat sich nach den ersten 20 Monaten, dem dritten Baby im Freundinnenkreis und angesichts der tiefschwarzen Augenringe meiner einstigen Shopping-, Kaffeetratsch- und Lästerabgeordneten meist mehr als nur der stink(ende) normale Alltag mit Baby eingestellt. Babyblues, aber so richtig. Das Verlangen nach Alkohol, Freizeit, Schlaf, noch mehr Schlaf, Shoppingexzessen, Kurzurlauben, den einstigen Traummaßen werden immer hörbarer und v. a. fordernder. Der Tag X, an dem die Kleinen alleine bei Papi und Omi geparkt werden können, ist nah. Nur noch 2 Jahre, oder drei. Und wo wir gerade von Papis reden: Damit der Mann weiterhin sexy bleibt, muss er Geld nachhause bringen – so zumindest sieht es die erfahrene Sexualtherapeutin Gerti Senger. Ganz schön anstrengend so eine Karriere auf der Familienleiter. Aber v. a. ganz schön schön. Love you.