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„Wir werden immer noch jedes Jahr besser hier“

Text Thomas Schöpf
Ausgabe 02/2026

Die St. Pöltner Lehrer Georg und Matthias Köstler (GYM Josefstraße bzw. NMS Purkersdorf) rocken mit den USP Panthers die Austrian Volley League. Auf Sand waren sie auch schon sehr erfolgreich, aber da trennen sich ihre Wege – vorerst.

Paul Nusterer ist im Waldviertel, Tobias Reinstadler in Aich/Dob, Samuel Kremser in Amstetten und Lukas Trauth bei Sokol. Die St. Pöltner Zwillinge Matthias und Georg Köstler (29) sind immer noch da. Einmal Panther, immer Panther! „Der Georg wird halt bald nicht mehr wissen, wo er daheim die ganzen ‚Man of the Match-Trophäen‘ hinstellen soll“, scherzte Obmann Harald Hofko unlängst. Doch mittlerweile wird der Beste des Spiels nicht mehr von den Fans gewählt, sondern vom gegnerischen Trainer erkoren. Seither holt Matthias auf im Duell Köstler gegen Köstler. Der um sieben Minuten ältere Bruder ist Zuspieler, während Georg als Außenangreifer oft viele Punkte macht, teils auch noch spektakulär. Nach dem Grunddurchgang – in dem die USP Panthers knapp am achten Rang vorbei schrammten, und damit den Einzug ins Viertelfinale um die Meisterschaft verpassten – rangiert Georg auf Platz acht bei den „Best Attackers“ der „Austrian Volley League“ und auf Platz 15 bei den „Best Scorern“. „Ich bin halt der ‚Go to Guy‘ und wenn es gerade ein bisschen knapp ist, spielt der Matthias den Ball eher zu mir“, lacht Georg. Außerdem ist er quasi immer verfügbar. In den letzten drei Jahren war er nur zuletzt einmal beim Auswärtsspiel in Graz nicht von Anfang an dabei, weil er wegen eines Schul-Skikurses eine Woche lang nicht mittrainieren hatte können. „Dadurch, dass wir schon so lange miteinander spielen, weiß ich auch ganz genau, wo Georg den Ball haben möchte. Ich weiß es wahrscheinlich sogar besser als er selbst“, sagt Matthias. Georg nickt zustimmend. „Und Georg wächst in Drucksituationen auch noch über sich hinaus, während andere vielleicht nervös werden“, ergänzt Matthias. Die Gegner haben das mittlerweile längst gecheckt, doppeln St. Pöltens Kapitän in aller Regel und dennoch krallen sich meist die Panthers die Beute.

Auf Sand fing’s an
Begonnen hat alles beim „Beachen“ am Ratzersdorfer See. Dort entdeckten die Köstlers 2015 erst spät mit 18 Jahren ihre große Liebe Volleyball. Zu den Panthers war der Weg folglich nicht weit. Und die bisherigen gemeinsamen Jahre hatten es in sich. Ihre ersten Einsätze hatten sie in der Landesliga, bereits nach einem Jahr waren sie in der 2. Bundesliga. 2024 stiegen sie dann in die Bundesliga auf und zwei Mal erreichten sie auch schon das Viertelfinale im Cup. Letzten Oktober landeten die von Zeljko Grbic betreuten legionärsfreien St. Pöltner im Sportzentrum NÖ mit einem 3:1-Heimsieg gegen Vizemeister und Champions-League-Teilnehmer Hartberg ihren bislang größten Coup. Von den 300 begeisterten Zuschauern wurde Außenspieler Marian Klaffinger (19) zum „Man of the Match“ gewählt. „Danach sind wir auf einer Welle der Begeisterung geritten und lange hat quasi alles hingehaut“, erzählt Georg, „nach Weihnachten ist das abgeflacht aufgrund von Verletzungen und Krankheiten. Da leidet dann schnell auch die Trainingsqualität. Ohne Legionäre sind wir halt doch etwas schwächer.“ Matthias ergänzt: „Mit unseren top sechs, top sieben Spielern können wir voll mithalten. Eine Kadertiefe, um Verletzungen auszugleichen, wie manch andere, haben wir aber nicht.“ Dennoch unterstützen beide die Philosophie der Panthers, jungen Talenten die Chance zu geben, sich hier in aller Ruhe zu entwickeln. „Wir gehen gerne auf jedes Training, weil wir die Leute hier so gern haben“, sagt Georg. Matthias nickt: „Das Umfeld ist auch sehr lässig. Wir haben hier eine familiäre Atmosphäre.“ Auch sie hatten schon Angebote anderer Klubs, kamen aber allein schon aus logistischen Gründen nicht ins Grübeln. Tagsüber sind sie in der Schule, abends jeden Tag beim gemeinsamen Training, dazwischen nach Möglichkeit noch zwei Mal in der Woche in der Kraftkammer. „Da freut es dich dann schon, wenn du in fünf Minuten mit dem Radl im Sportzentrum bist und nicht stundenlang im Auto sitzt“, sagt Matthias. „Und wir werden immer noch jedes Jahr besser hier, auch der Verein“, fügt Georg hinzu. Matthias scherzt: „Wir warten eh schon d’rauf, wann es uns einmal derglengt.“

Im Sommer kriegt Matthias den Laufpass
Beim Beachvolleyball haben die Köstler-Zwillinge 2025 in Kremsmünster erstmals gemeinsam ein Turnier der höchsten heimischen Kategorie gewonnen. Dennoch wird Georg kommenden Sommer auf Sand zum ersten Mal einlenken: „Wenn du beides Vollgas spielst, Halle und Beachen, hast du keine Verschnaufpause und spürst es dann bald in Schulter, Knie und Hüfte. Auf Urlaub war ich in den letzten zehn Jahren auch nicht mehr.“ Matthias, der indoor positionsbedingt zumindest seine Schulter nicht derart abnützt, wird weiterhin alle „wichtigen nationalen Turniere“ und einige internationale spielen, meist mit Lauris Ochaya (Sokol). „Nachdem ich Matthias den Laufpass gegeben habe (beide lachen, Anm.), haben mich eh gleich ein paar andere Spieler kontaktiert“, erzählt Georg, der den Sommer erst einmal auf sich zukommen lässt. „Die Landesmeisterschaften werden wir aber gemeinsam spielen, allein aus sentimentalen Gründen“, wird er aber auch gleich wehmütig. Jetzt steht sowieso einmal das Relegationsturnier in der Bundesliga mit sechs Klubs an. Ziel ist der Klassenerhalt, wofür auch noch Platz zwei reicht. Die Köstlers wollen freilich unbedingt Erster werden. „Wir müssen nur konzentriert bleiben und dürfen nicht überheblich werden gegen die Klubs aus der zweiten Liga“, so das Duo unisono. 
Nächste Hallensaison wollen sie mit den Panthers dann auch mal ins Liga-Viertelfinale rein. „Aber nicht als Achter, sondern aus dem Mittelfeld heraus mit einer besseren Ausgangsposition für die K.-o.-Spiele“, hält Kapitän Georg auch noch fest.