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St. Pöltens gute Seite

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Der frühe Wurm

Text Thomas Fröhlich Ausgabe 02/2019

„Ich glaube nicht, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn immer weniger Menschen in der Früh aufstehen, um zu arbeiten …“ 
Es muss heraus: Ich danke unserem Bundeskanzler für diese wahren Worte zur rechten Zeit! Ehrlich! Ich bin nämlich in mich gegangen und habe gänsehäutig festgestellt: Ja, ich bin ein Sozialschmarotzer! Und was für einer! Ich stehe nämlich meistens erst so gegen 8 Uhr morgens auf, manchmal sogar noch später. Gut, ich hackel mitunter auch bis in die Nacht hinein – das ist aber, bundeskurz gesagt, blunzn! Denn der frühe leistungsgeile Vogel – und nur der – fängt den verdauungswilligen Frühstückswurm. Nachttaxifahrer, Kellnerinnen in Lokalen, die nicht schon um 16 Uhr schließen, überhaupt alle, die weit nach der Normarbeitszeit von 8 bis 4 (an die eh nur noch weltfremde Wappler glauben) ihr täglich Brot verdienen und deswegen u. U. später aufstehen: samt und sonders arbeitsscheues G’sindl! Beispiele? Schauen Sie sich doch Winston Churchill, Helmut Schmidt, Simone de Beauvoir oder Albert Einstein an: alles verbürgte Langschläfer! Was hätte aus denen werden können, wenn die Penner früher aufgestanden wären. Da lob‘ ich mir doch meine Lieblings-Nachbarin: Die hat mitten in unserer Wohngegend einfach ein privates Hundehotel hochgezogen. Und Punkt 6 Uhr früh lässt sie ihre durchwegs unerzogene und dauerkläffende Meute ins Freie. An Schlaf ist in der näheren Umgebung nicht mehr zu denken.
Daher: Bitte, lieber Herr Kanzler, verleihen Sie dieser Frau einen Orden! Sie öffnet uns die Augen. Täglich. Frühmorgens. In diesem Sinne: Wuffwuff und kikeriki!