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St. Pöltens gute Seite

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PIMP UP MY HOME

Text Tina Reichl Ausgabe 09/2017

„Und in diesem Raum könnte ich mir ein helles Sofa sehr gut vorstellen, mit kuscheligem Teppich, dann wirkt das Wohnzimmer gleich viel größer“, meint der nette Makler beim Besichtigen eines Hauses aus den 70ern mit Vollholzverbau und Blumentapete an der Wand. „Ähhh,…ja!“

Wie oft hab ich vor unserem Hauskauf in den letzten Jahren meine Vorstellungskraft bemüht: Wanddurchbrüche, andere Türen, ein neues Bad, ein stylischer Luster, den alten Wohnzimmerverbau  wegdenken, stattdessen ein helles, freundliches Sofa! Mein Hirn spielt da allerdings nicht mit. Die Vorher-Nachher Show läuft in meinem Kopfkino nur bis zur Werbepause.
Es gibt allerdings Menschen, die diese Gabe besitzen. Eine davon ist Maria Muschik – St. Pöltens erste und einzige Homestagerin. Sie betritt einen Raum, eine Wohnung, ein Haus und beginnt im Geiste schon mit dem Umbau! Sie verrückt Möbel, schafft Licht, umschmeichelt Räume mit edlen Stoffen und Materialien, flasht mit großformatigen Bildern, schafft Atmosphäre mit Accessoires und farblich passenden Pölstern und Teppichen – und fertig ist die Verwandlung.  Sie trägt die Liebe zum Umkrempeln in sich, ist design- und detailverliebt und sprudelt nur so voller Ideen.
„Home Staging“ kommt aus den USA, ist dort auch schon seit den 70er-Jahren üblich und umfasst die perfekte Präsentation einer Immobilie für den Verkauf. Laut einer Studie verkürzt sich hierdurch die Verkaufszeit um die Hälfte und es kann eine 10-15 prozentige Preissteigerung erreicht werden.

Die Fantasie beflügeln
Der erste Eindruck zählt und soll dem künftigen Mieter oder Käufer ein möglichst attraktives Zuhause vermitteln. Maria Muschik wählt dafür aus einem großen Fundus an Ideen, Möbeln und Homeaccessoires mit viel Liebe das Passende aus und versucht damit ein stilsicheres Gesamtkonzept zu entwerfen. Ein kleines Team hilft bei der Umsetzung.
Das Objekt wird „gestaged“, von einem Profi fotografiert und dann für Interessenten und Besichtigungen frei gegeben. Ein 3D-Rundgang vervollständigt den Online-Auftritt. Die Möbel bleiben dabei bis zum Verkauf in der Wohnung. „Wenn man sich online 20 gleiche Objekte ansieht, alle weiß ausgemalt und mit Parkettboden, verschwimmen nach 4-5 Wohnungen die Eindrücke. Mit Homestaging bleibe ich aber in Erinnerung, weil hier Emotionen angesprochen werden. Ein gedeckter Tisch, eine gemütliche Chaise longue, laden mich in die Wohnung ein und verlocken zum Verweilen!“, ist Muschik überzeugt. Bis jetzt gibt es nur wenige professionelle Homestager, die eine entsprechende Ausbildung und auch das nötige Einfühlungsvermögen mitbringen. Hier punktet die Ingenieurin und Absolventin der Ausbildung der Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign mit ihren vielfältigen Vorerfahrungen als Technikerin und Beraterin von Musterhäusern, sowie als Projektentwicklerin in der NÖ Hypo Bauplanungs- und Bauträger GesmbH.
Die Preise für ein Staging starten bei 600 Euro und werden individuell nach Größe und Aufwand definiert. „Es tut mir in der Seele weh, wenn ich im Internet lieblos mit dem Handy fotografierte Häuser sehe, in denen sich noch die alten Möbel türmen. Es ist immer besser ein Objekt zu entpersonalisieren und neutral zu gestalten, um so viele Käufer wie möglich anzusprechen. Home Staging kostet immer weniger, als wenn die Objekte längere Zeit leer stehen oder ich sie billiger verkaufen muss, als sie gestaged wert wären“, so Muschik. Jeder Raum bekommt beim Staging eine Funktion, die kann auch nur angedeutet sein, z. B. mit einem kleinen Holzzug auf einem Teppich für das Kinderzimmer. Mehrere Lichtquellen und die Beduftung des Raumes sind weitere psychologische Hilfsmittel. Der Besucher soll sich so wohl fühlen, dass er am liebsten sofort einziehen möchte.  
Tatsächlich haben sich all ihre Projekte in kürzester Zeit vermietet oder verkauft, wobei der Rekord für ein Haus in Spratzern bei vier Tagen liegt. „Das Stagen beginnt für mich dabei schon an der Gartentüre, bzw. beim Eingangsbereich. Ich nehme auch schon mal den Rasenmäher zur Hand oder streiche die Garage neu!“, verrät Muschik ihr Erfolgsgeheimnis. Getreu dem Motto: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!


Unterschätzen Sie niemals den ersten Eindruck!


HOME STAGING
maria@muschik.at
www.wohnstaging.at