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NACH DER LETZTEN CHANCE

Text Michael Müllner Ausgabe 09/2017

Es sei die Regierung der letzten Chance, waren sich Politiker und Kommentatoren nach der letzten Nationalratswahl einig. Kleinlaut wurde versprochen, SPÖVP würde nun wirklich arbeiten und die großen Probleme des Landes lösen. Wir halten fest: Das war sie also, die letzte Chance.
Heute ist die Zusammenarbeit aufgekündigt, das verbliebene Porzellan zerschlagen. Streit und Blockaden überlagern den Fortschritt, der sich vereinzelt eingestellt hat – fast wie zum Trotz, als wolle er damit die zerstrittene Regierung ärgern. Doch wer macht weiter, wenn Rot und Schwarz aufhören? Die Alternativen machen selbst leidensfähige Österreicher wehmütig. Kommt es am Ende zwar anders, aber dafür noch schlechter?
Bisher lief der Wahlkampf unter dem Sendungstitel „Der Super-Populist“. Strache hat es immer schon gesagt. Kurz hat es immer schon besser gewusst. Kern hätte es immer schon besser mit uns gemeint. Nun muss sich nur mehr die Regie noch etwas mehr bemühen, damit der von allen gewollte „Dreikampf um die Kanzlerschaft“ doch noch gelingt. Denn nichts mobilisiert bekanntlich mehr wie ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wobei am Ende womöglich sogar die Kleinen den Wahlabend spannend machen: Wie viele Wähler werfen ihre Stimme in den Müll (und geben sie einer Partei, die unter der 4-Prozent-Hürde bleibt)? Wie viele Fraktionen muss die neue Regierung überzeugen, um eine Mehrheit für Verfassungsgesetze zustande zu bringen? Und wer ist so verwegen und wettet, dass am Ende Rot und Schwarz doch noch zusammenfinden?
Für eine letzte Chance?