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St. Pöltens gute Seite

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Mitternachtskino mit Schnaps

Text Thomas Fröhlich Ausgabe 06/2017

Ist es Ihnen vielleicht schon aufgefallen? Kino ist so spannend wie schon lange nimmer. Nein, ich red‘ jetzt nicht vom gefühlten 10.000. marvellösen Superhelden-Blockbuster für Kostümfetischisten oder der Millionsten französischen Feelgood-Multikulti-Komödie für die selbstzufriedenen und -ernannten Guten im Lande. Nein, hier geht’s um Filme, die beglücken, verstören, mit Verve zwischen allen Stühlen sitzen und sich nichts pfeifen. Die weder dem politisch korrekten, brav gegenderten filmischen Malen-nach-Zahlen-Neo-Biedermeier noch der seelenlosen, ausschließlich den Investoren geschuldeten More-of-the-same-Reboot-Mania huldigen, sondern Schönheit im Schrecken, Weisheit im Wahnsinn und Tränen im Gelächter offenbaren: der US-amerikanische „A Cure For Wellness“ etwa, einer der besten unheimlichen „Heimatfilme“ seit „Twin Peaks“; „Die Taschendiebin“, ein knapp an der Pornografie vorbeischrammendes, hochmoralisches, historisch aufgeladenes Vexierspiel aus Korea; oder das sogar auf dem Cover des Cinema Paradiso-Programmheftes beworbene Horrormärchen „7 Minuten nach Mitternacht“ des spanischen Genreregisseurs J. A. Bayona, in dem Rührung und Grusel so nah beieinander liegen wie schon lange nicht mehr (Tipp: Nehmen Sie Taschentücher mit ins Kino!). Herzblutig & fantastisch – mehr davon!
Und wer da immer noch nicht genug hat, möge doch zu „Lesestoff und Schnaps“ ins EGON eilen, wo Marlies Eder eine im besten Sinne barrierefreie Literaturparty eingerichtet hat, bei der die Grenzen zwischen Fiktion und Realität, Berufsschriftsteller und Hobbyautor gerne verschwimmen dürfen und sollen.
Darauf einen Obstler!