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St. Pöltens gute Seite

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Mit Sicherheit

Text Dominik Leitner Ausgabe 06/2017

St. Pölten hat seit Anfang Mai einen neuen Sicherheitsbeauftragten. Der SPÖ-Politiker Ewald Buschenreiter hat diese Aufgabe übernommen – und diese neue Position sei auch unbedingt notwendig, wie der Kurier schreibt: „Durch den Ausbau der Infrastruktur und den Bevölkerungszuwachs ist auch die Kriminalität gestiegen.“
Diese Zeile hat mich etwas stutzig gemacht: Zugegeben, von 2015 auf 2016 gab es in Niederösterreich bei den Anzeigen eine Zunahme von 0,4 Prozent (bzw. 306). Geht man aber nur ein paar Jahre mehr zurück, so zeigt sich ein deutlicher Rückgang. 2004 wurden in Niederösterreich noch 94.664 Anzeigen gezählt, 2016 waren es 76.079 – ein Rückgang von rund 20 Prozent. Und das, während zwischen 2001 und 2016 die Bevölkerung um rund 100.000 Bewohner gewachsen ist.
In St. Pölten hingegen gab es von 2015 auf 2016 ein Plus von 16,4 Prozent bei den angezeigten Straftaten. Vergleichszahlen aus den Jahren zuvor sind hingegen schwer zu finden. Im März haben SPÖ, ÖVP und Grüne einer Initiative von FPÖ-Obmann Otzelberger zugestimmt. Dieser feiert nun, dass endlich seine jahrelange Forderung umgesetzt wird.
Doch die ersten Worte von Buschenreiter zeigen, dass offenbar doch alles schlimmer anmutet, als es wirklich ist. Bei einer Zählung von Bettlern in der Stadt lag der Durchschnitt bei vier bis fünf. Für eine Landeshauptstadt eigentlich ein vernachlässigbares Problem. Das Interview beendet er mit den Worten „St. Pölten ist eine sichere Stadt.“
So sehr also manche Politiker versuchen, Angst zu schüren und das subjektive Sicherheitsgefühl zu schwächen – die Realität sieht oftmals anders aus. Und, machen wir uns da nichts vor: Die vollkommene Sicherheit wird es auch mit vier „Sicherheitsgipfeln“ pro Jahr nicht geben.