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Künstlerfest 2016

Text Roul Starka Ausgabe 09/2016

Zum alljährlichen Künstlerfest bekam ich das Thema „Future“. Nicht etwa „Zukunft“, nein, „Future“.
Was man nicht sehen oder hören kann, ich schreibe das alles zunächst mit Füllfeder in mein Moleskine. Ob „in mein Moleskine“ oder „in meinen Moleskine“ wird man in der Zukunft nur mehr wenig diskutieren. Leider. Und der guten „Future“ wird es komplett wurscht sein, weil die geht grad mit Taucherbrille einkaufen und lässt sich zwischen Pokemonstern virtuell beraten.
„Future“ klingt auch irgendwie nach Shades Of Grey auf E-Book. Das moderne Zusammenleben, glücklich auf der Wiese zwischen Regierungsviertel und Hundeauslaufzone. Die Future ist schon da, alles joggt mit App und Selfie und Navi.
Das Wort Future droht mir auch mit noch mehr „praktisch“ und „gesund“. Unsere ungesündeste Erfindung ist das Auto, 3000 Tote weltweit täglich – der Pfuigack aber ist meine Zigarette.
Und das Schädlichste seit der Erfindung der Menschheit? Die Religionen. Allah ist groß, Krampus und Nikolaus sind größer. Ein Schwanzmessen Ende nie, getarnt als Erleuchtung mit Recht auf Rufzeichen. Wenn da die Future helfen könnte, wäre ich ihr dankbar. Ihre sozialen Netzwerke könnten es.
Doch was auch immer wir erfinden, das Wichtigste wird bleiben, wieviel Liebe Eltern einem Kind mitgeben können.
Wie das Geschlecht der Eltern beschaffen ist, soll egal sein – ich plädiere für alle Regenbogen-Adoptionsmöglichkeiten. Und im Sinne der Gleichberechtigung soll die Rubrik männlich/weiblich auf allen Formularen und Dokumenten fehlen. „Person“ und fertig.
Solange wir die Genesis nicht gendern, ist alles für die Katz, liebe Future.
Und eine Person sprach: „Es werde Licht!“