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Eine bunte Einheit

Text Johannes Reichl Ausgabe 12/2016

Mit der Idee ist Reinhard Gosch, Leiter des Dialoges der Kulturen, schon lange schwanger gegangen, im vorigen Jahr setzte er sie schließlich in Realität um und gründete das Vienna Expatriate Ensemble. Am 23. Februar gastiert es in der Bühne im Hof.

Unterstützung bekam er dabei von spanischen, arabischen, lateinamerikanischen sowie österreichischen Institutionen bis hin zum Vatikan. Die rund 25 Musiker sowie zehn Tänzer, die Gosch für die erste Produktion „zusammengesucht“ hat, kommen dabei aus aller Herren Länder „wie Syrien, Irak, Iran, Ukraine, Italien, Kolumbien und weitere.“ Alle Künstler eint, dass sie in Österreich leben und als Flüctlinge gekommen sind, wobei Gosch betont „dass sie allesamt nicht mit dem Begriff ‚Refugee‘ stigmatisiert werden möchten. Etliche sind teilweise schon weit in die europäischen Gesellschaften integriert, beruflich etabliert und in unterschiedlichen künstlerischen Produktionen tätig.“ Gosch geht es bei dem Projekt daher weniger, wie man mutmaßen könnte, um den integrativen und sozialen Aspekt, sondern v. a. um die Kunst an sich. „Die Performance in der Bühne im Hof wird höchsten künstlerischen Ansprüchen gerecht werden“, verspricht er, und freut sich etwa über die Teilnahme von Sängerin Basma Jabr, „die als der kommende aufgehende Stern des Orients gilt.“
Inhaltlich wird die erste Produktion, die als Leitstern sozusagen dem orientalischen Dichter Ibn Arabi folgt, „sehr stark in Richtung Oriental Groove gehen. Die Musik ist eine Mischung aus Orient und Weltmusik, basierend auf der Grundidee, dass Musik Grenzen überwindet und eine universale Sprache darstellt.“ Die Kompositionen stammen von Künstlern im Exil, auf der Flucht, womit dem Abend bzw. Projekt eine künstlerisch originäre Idee eingeschrieben ist.
Letztlich geht es Gosch auch darum, den Schatz dieser großartigen Künstler für die jeweiligen Gastländer bzw. neuen Heimaten zu sichern. „Es ist mein Bestreben, die professionell agierenden Beteiligten zu Kooperationen mit österreichischen Institutionen wie etwa Universitäten, Fachhochschulen, Festivals, Tanz-Compangien etc.  zu animieren.“ Ein lohnenswertes Unterfangen!