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In was für einer Stadt leben wir eigentlich ...

Ausgabe 06/2026
... in der die heimische Brauerei Egger bei der „Falstaff Bier Trophy“ in der Königsdisziplin Märzenbier den ersten Platz abstaubte. „Für unser Brauteam ist das eine schöne Bestätigung unseres täglichen Handwerks“, freut sich Braumeister Johannes Meister. Zugleich ist es Beleg eines gelungenen Imagewandels. Vorbei die Zeiten, als man Egger-Bier aufgrund des benachbarten Holzverarbeitungsbetriebes als „Spannplattenbräu“ verunglimpfte – heute gibt man sich mit Testimonial Marko Arnautovic, dessen Konterfei aktuell die Egger-Bierdosen ziert, glamouröser. Zugleich bleibt man bodenständig. „Wir brauen Bier, das ins echte Leben passt. Egger steht für alle, die richtig anpacken, zusammenkommen und sich nach getaner Arbeit ein gutes Bier verdient haben“, so CCO Ralph Hofmann. Na dann, Prost! Und Marko – während der WM nur Egger Zisch, das Märzen gibt’s erst zum Begießen des WM-Titels!

… in der eine weitere „Präzisierung“ des Terminus „Gehunfähigkeit“ in Sachen Transportkosten-Übernahme durch die ÖGK für Irritation bis Verzweiflung bei Patienten und blanke Nerven bei Ärzten sorgt. Laut ÖGK ist eine Kosten-Übernahme nämlich „nur noch dann gerechtfertigt, wenn sich eine Person aufgrund ihres Gesundheitszustands außerhalb der Wohnung nicht selbst fortbewegen kann – auch nicht mit Gehhilfe oder Begleitperson.“ Rollstuhl, Krücken, Blindheit, Demenz etc. sind per se noch kein Grund – der Arzt muss jeweils individuell entscheiden, und da wird’s tricky, weil die ÖGK soziokulturelle Gründe (fehlende Öffis, fehlende Begleitperson, Logistik  etc.) explizit ausschließt. Die Ärzte bekommen bei Verweigerung aktuell gehörig ihr Fett ab und verweisen auf die ÖGK. Ruft man dort an, wird man an die Ärzte zurückverwiesen. Willkommen beim Patienten-Ping-Pong. Der Gesetzgeber ist gefordert.

… in der 26 alte Lindenbäume einer Straßenmodernisierung zum Opfer fallen sollen. Typisch St. Pölten? Mag sein. Für die nunmehr mitregierenden Grünen eine neue Erfahrung. Denn die fraktionsfreie Gemeinderätin Susanne Binder-Novak sammelte besorgte BürgerInnen um sich, holte ein Privatgutachten ein, brachte eine Aufsichtsbeschwerde ein und machte medial ordentlich Wirbel. Sie sieht den Amtsbericht des Gemeinderatsbeschlusses kritisch. Bei einer Anpassung des Sanierungskonzepts könne man die Ziele auch erreichen ohne die Bäume zu fällen. Werden die Linden also zur Gretchenfrage: Sag, wie hältst du’s mit dem Regieren? Zieht das rot-grüne Rathaus den Beschluss durch? Tauscht man sich mit Kritikern über Fakten auf Augenhöhe aus? Die Grünen wollten jedenfalls die „neuen Erkenntnisse genau prüfen.“ Ist das der Beginn seriöser Politik oder schon der Anfang vom unprofessionellen Chaos?