MFG - Zwei St. Pöltner erzählen Mozart
Zwei St. Pöltner erzählen Mozart


MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

Magazin
Karikatur
Archiv
Team
Logo Facebook Logo X (Twitter)

Zwei St. Pöltner erzählen Mozart

Text Beate Steiner
Ausgabe 09/2026

Mezzosopranistin Neelam Brader und Schauspieler Simon Christian gründeten im Vorjahr „Queer Voices in Art“. „Hidden Voices“, die erste Produktion der beiden, war in ganz Europa erfolgreich – und brachte eine Einladung zur Salzburger Mozartwoche.

Diese Einladung ist schon etwas Besonderes“, freut sich Neelam Brader über das Angebot von Opernstar Rolando Villazón, bei der Salzburger Mozartwoche ein eigenes Projekt zu konzipieren. Der Intendant war durch die Produktion „Hidden Voices: Queere KünstlerInnen im Dialog“ auf Neelam Brader und Simon Christian aufmerksam geworden, die kurz davor das Kollektiv „Queer Voices in Art – Q.V.I.A.“ gegründet hatten. „Das war der Ausgangspunkt für unsere Zusammenarbeit als künstlerisches Duo“, so Brader. „Hidden Voices“ beschäftigt sich mit queeren KomponistInnen und ihren Geschichten, verbindet klassischen Gesang mit Schauspiel und szenischem Erzählen und war zum Beispiel beim Kultursommer Wien, beim Voila! Theatre Festival in London und im Österreichischen Kulturforum Berlin zu sehen. „Dass daraus jetzt die Möglichkeit entstanden ist, bei einem so renommierten Festival in Salzburg ein eigenes Projekt zu entwickeln, freut mich sehr“, strahlt die Musikerin.

Musikalischer Kriminalfall
Klar, dass sich die Besucher der Mozartwoche im Jänner 2027 auf einen Abend mit Mozart freuen dürfen. „Für mich ist vor allem spannend, wie wir Mozart erzählen können. Man kennt ihn oft als Genie, als große historische Figur. Wir möchten aber auch den Menschen dahinter zeigen – mit seinem Humor, seinen Eigenheiten und vielleicht auch mit Seiten, die man nicht sofort mit Mozart verbindet“, erläutert Brader. Entstanden ist „Eine (Mo)zarte Versuchung“, ein Musiktheaterstück mit Kammermusik, Gesang und Schauspiel. Beim musikalischen Kriminalfall in der Atmosphäre eines österreichischen Kaffeehauses soll das Publikum Teil der Geschichte werden. Neelam Brader und Simon Christian erarbeiten die Inszenierung und stehen auch gemeinsam mit Bariton Gregor Eisenhut und MusikerInnen des Ensembles Bella Musica Mozarteum auf der Bühne. „Für mich ist das eine sehr schöne Verbindung meiner verschiedenen künstlerischen Seiten. Ich komme ursprünglich aus dem klassischen Gesang und habe in den letzten Jahren immer mehr Schauspiel, Regie und Musiktheater für mich entdeckt. In diesem Projekt kann ich all diese Dinge miteinander verbinden“, erklärt die Künstlerin. Das gemeinsame Entwickeln mit dem Schauspieler Simon Christian findet sie besonders spannend: „Wir kennen einander seit unserer Kindheit in St. Pölten. Wir wissen, wie der andere tickt und können uns dadurch auch gegenseitig herausfordern. Ich glaube, genau diese Mischung aus Freundschaft, Vertrauen und unterschiedlichen künstlerischen Hintergründen macht unsere Zusammenarbeit aus. Ich bin gespannt, wohin uns das noch führt.“

Queer Voices in Art
Die von Neelam Brader und Simon Christian 2025 gegründete Initiative möchte queere KünstlerInnen und Geschichten sichtbar machen und nutzt dabei außergewöhnliche Formate. 

Neelam Brader, Mezzosopran, Jahrgang 1991, St. Pöltnerin mit indischen Wurzeln, maturierte am BORG, studierte am Salzburger Mozarteum und pendelt zwischen ihrem Wohnort Berlin und Bühnen in Österreich und Deutschland. www.neelambrader.com

Simon Christian, Schauspieler, geboren 1991 als Simon Christian Wiedlack in St. Pölten, studierte an der Filmakademie Wien und der Guildford School of Acting. Er lebt in London.

Das Programm der Mozartwoche: mozarteum.at