City of ruins?
Text
Sascha Harold
Ausgabe
06/2026
Baustellen und leerstehende Flächen an prominenter Stelle gibt es in der Landeshauptstadt derzeit mehr als genug.
Rossmarkthöfe, Domgarage oder Steingötterhof. Das sind Schauplätze einer Geschichte, die man so zusammenfassen könnte: Viel angekündigt, bislang wenig passiert. Das Insolvenzverfahren rund um das ehemalige Leiner-Areal am Rathausplatz, wo das Bauprojekt „Rossmarkthöfe“ entstehen sollte, läuft weiterhin. Vonseiten der Stadt heißt es, dass es in den letzten Wochen immer wieder „intensive Gespräche mit Interessenten“ gegeben habe und man Ende Juni möglicherweise mehr wisse.
Beim kika-Gebäude im Eigentum der Supernova Gruppe gibt es dagegen Neues. Das ehemalige Möbelhaus soll laut Unternehmen in ein Fachmarktzentrum umgebaut und vermietet werden, der Genehmigungsprozess bei der Stadt laufe aktuell – Zeitplan offen. Etwas kurios ist, dass die Stadt hier offenbar nicht auf demselben Stand ist: „Aktuell stehen die zuständigen Abteilungen der Stadt mit den Verantwortlichen der Supernova Invest GmbH in enger Abstimmung, um mögliche Varianten für die künftige Entwicklung der Liegenschaft zu besprechen“, heißt es von Pressesprecher Thomas Kainz. Dass das Gebäude in ein Fachmarktzentrum umgebaut werden soll, könne die Stadt nicht bestätigen.
Schon länger bekannt ist, dass das ehemalige Leiner-Zentrallager an eine private Investorengruppe verkauft wurde, die die Flächen vermieten will. Ein entsprechendes Inserat findet sich auf der Website der eurea Real Estates Gruppe. Informationen, wie viele der Flächen aktuell vermietet sind und wie die geplanten Modernisierungen aussehen sollen, gab es trotz mehrfacher Nachfrage nicht.
Ein weiterer Evergreen der St. Pöltner Bauvorhaben ist die Domgarage. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass eine Tochtergesellschaft der am Projekt beteiligten Da Vinci Gruppe insolvent ist. Befürchtungen, dass das Projekt ein „Rossmarkthöfe-Schicksal“ ereilen könnte, wiegelte das Unternehmen ab. Es sei nur eine von 16 Gesellschaften der Gruppe betroffen, der Bau der Domgarage solle noch im ersten Halbjahr starten. Von einem Baubeginn ist bisher allerdings keine Spur. Schriftliche Anfragen ließ die Da Vinci Gruppe unbeantwortet, telefonisch lässt man ausrichten, sich bei Neuigkeiten zu melden.
Auch beim Wohnprojekt Steingötterhof gibt es wenig Neues. Seit Ende 2025 ist dort Christoph Schäffer im Rahmen der Sanierungstreuhandschaft zum Geschäftsführer bestellt, bis alle fertigen Wohnungen und die beiden unbebauten Flächen verkauft sind. „Der Verkauf der Wohnungen in Bauteil 1 schreitet zügig voran“, lässt Schäffer wissen. Zu den beiden noch freien Baugründen gibt es dagegen keine Neuigkeiten.
Szenenwechsel in den Süden der Stadt: Dort will REWE ein Logistiklager errichten, das unter anderem nach der Hochwasserkatastrophe 2024 viel Kritik auf sich gezogen hat. Eine Bürgerinitiative übergab im Jänner 2025 eine mit 10.000 Unterschriften unterfertigte Petition, die sich gegen eine Errichtung des Lagers richtete. Seither ist es still geworden um das Projekt. Rathaussprecher Kainz hält lediglich fest: „Mittlerweile läuft das Genehmigungsverfahren für die Hochwasserschutzmaßnahmen südlich des geplanten Logistik-Standortes. Wenn dieses genehmigt ist, kann mit den erforderlichen Maßnahmen für das Projekt begonnen werden.“



