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„Von A nach B triathlonen, das funktioniert“

Text Thomas Schöpf
Ausgabe 06/2026

Bei der „Challenge St. Pölten“ traten 2.500 Sporter:innen aus allen fünf Kontinenten an! Der St. Pöltner Valentin Neuhauser kam direkt aus Rom. Er triathlonte in zwölf Etappen zum Triathlon.


Eigentlich ist Valentin Neuhauser (29) Erfinder. Als Energieberater gründete er unter anderem „Robin Powerhood“, eine österreichweite Plattform, der man überschüssigen Strom spenden kann, den einkommensschwache Haushalte nutzen dürfen. In seiner Freizeit hat der 29-jährige St. Pöltner das „Triathlonen“ erfunden. Selbst Google kennt es (noch) nicht: Neuhauser macht im Wonnemonat Mai gern einen Triathlon nach dem anderen, immer über 1,9km Schwimmen, 90km Radfahren und 21,1km Laufen und nicht immer in dieser Reihenfolge. 2025 waren es 31 Triathlons in St. Pölten, heuer „nur“ zwölf, dafür von Rom nach St. Pölten unter dem Motto „Rome 2 Home“. „Wenn ich gestern Alkohol getrunken habe, bin ich heute kaputt. Wenn ich gestern einen Triathlon gemacht habe, kann ich heute gleich wieder einen machen“, weiß Neuhauser. Inspiriert wurde er vom deutschen Extremsportler Jonas Deichmann, der 2024 sogar 120 Triathlon-Langdistanzen in 120 Tagen absolvierte. „Da bin ich mitgeradelt und mitgelaufen und habe gesehen, dass der eigentlich ganz gesund wirkt, scharfsinnig ist und zielorientiert. Das hat meinen Maßstab verschoben. Aber der Schnellste, Höchste und Beste zu sein ist nicht mein Maßstab“, sagt Neuhauser und erklärt: „Letztes Jahr habe ich mit 31 Triathlons einfach mal einen Pflock eingeschlagen, und heuer wollte ich ein Abenteuer erleben.“
2025 triathlonte er quasi unter der Aufsicht von Dr. Rafael Pichler vom PVZ St. Pölten, jeden zweiten Tag wurde ihm Blut abgezapft. Und siehe da: Nach wenigen Tagen Anpassungszeit hatte er die Werte eines 18-Jährigen! „Meine Versicherung hat ein Bonussystem“, lacht Neuhauser, „als ich da meine Blutwerte eingegeben habe, habe ich gleich bessere Konditionen bekommen.“

Ein Geschenk mit Folgen
Von „Rome 2 Home“ völlig alleine war freilich kein Zuckerschlecken. Auf der ersten Etappe nach Amelia hatte Neuhauser sogar Todesangst. Er geriet mit dem Rad in ein Weidegebiet, das selbst von Einheimischen gemieden wird, weil dort Hundegruppen große Schafsherden bewachen und fremde Menschen gar nicht mögen. Als ihn mehrere Köter verfolgten, stürzte er auf unwegsamem Gelände auch noch in eine Schlammlacke, entkam der keifenden Meute letztlich aber gerade noch. „Mit zwei Pizzen im Bett, meditieren und telefonieren mit Familie und Freunden habe ich mich dann wieder erholt.“ Die Großfamilie Neuhauser trägt auch die Hauptschuld, dass Valentin triathlont. Zum 18. Geburtstag wünschte er sich seinerzeit nichts sehnlicher als einen 3D-Drucker und bekam völlig unverhofft ein Rennrad. „Ich war furchtbar enttäuscht, habe aber Freude vorgespielt. Dann habe ich mich doch immer wieder draufgesetzt und auf einmal gab’s den Triathlon in St. Pölten und ich habe mir gedacht: ‚Gelaufen bin ich auch schon immer gern, da fehlt ja gar nicht mehr viel‘.“
In der Zeit absolvierte Neuhauser nach einer Elektriker-Lehre bei der EVN die Abendschule in St. Pölten, die er sich zunächst gar nicht zugetraut hatte. „Und da bin ich mehr und mehr draufgekommen, dass die Herausforderungen im Leben für mich besser zu meistern sind, wenn ich viel Sport mache, weil mein Gehirn viel dynamischer arbeitet und ich fokussierter bin. Sport und eine gute Entwicklung gehen für mich einher.“ 
Der Genuss kommt aber auch nicht zu kurz. Bei „Rome 2 Home“ schwamm Neuhauser im Meer, schönen Seen und sogar in aller Früh in Bädern, deren Öffnungszeiten im Internet gar nicht zu recherchieren waren. Dafür brauchte er etwas Unterstützung von „einer Übersetzerin aus der Heimat, weil mein Englisch und die Projekterklärung mit Händen und Füßen nicht geholfen haben“, lacht Neuhauser. Dann aber haben die Bademeister sogar sein teures Fahrrad im Auge behalten, während er seine Längen zog.
 „Das Schönste aber war, ab halb sieben in der Früh, da war‘s noch kühl, in italienischen Kleinstädten zu laufen, wenn die gerade langsam aufwachen und die Leute ihren Alltag starten“, strahlt der Extremsportler. Die „größten Glücksgefühle“ hatte er dann freilich in der Heimat am Erlaufsee: „Als die Sonne wunderschön reflektierte und ich mir schon sicher war, es geht sich alles aus. Von A nach B triathlonen, das funktioniert.“ Da schaltete er bewusst einen Gang zurück, um sich noch ein wenig für die Challenge zu erholen. Beim berühmt-berüchtigten Gansbach-Anstieg  wollte er es nämlich schon noch einmal wissen. „Ganz in der Nähe in Hofstetten ist mein Elternhaus. Auch wenn das Ergebnis wurscht ist, aber da bin ich dann schon mit durchgehend 270 Watt raufgeradelt“, lacht Neuhauser spitzbübisch. Wo er nächstes Jahr triathlonen wird, verrät er noch nicht. Am meisten entspannt habe er sich rückblickend aber beim Laufen. Mal schauen. Der nächste Wonnemonat kommt bestimmt.