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McGuffins

Text Thomas Fröhlich
Ausgabe 02/2026
Wissen Sie, was ein McGuffin ist? Nein? Dann sehen Sie sich am bes­ten die aktuelle Produktion der Theatergruppe PERPETUUM, „Die 39 Stufen“, an. Manche von Ihnen kennen wahrscheinlich auch den gleichnamigen Film von Alfred Hitchcock. Vereinfacht gesagt handelt es sich um einen Begriff für mehr oder weniger beliebige Objekte oder Personen, die dazu dienen, die Handlung auszulösen oder voranzutreiben, ohne während der Handlung selbst von besonderem Nutzen zu sein. Da kann es sich um ein Geheimdokument oder eine Geheimorganisation handeln, um das Spannungslevel hoch zu halten. Auch in der Kulturpolitik begegnen wir diesen McGuffins: Oft handelt es sich dabei allerdings um möglichst nichtssagende Worthülsen, die als Entschuldigungsgründe für ebenso nichtssagende Werke herhalten müssen. Bei angekündigter „Diversität“ etwa ist es blunzenwurscht, ob das damit beworbene Ding selbst der letzte Schmarrn ist – allein durch diesen McGuffin mutiert es zu unsagbarer Wichtigkeit. Und wer „woke" sagt, produziert bedeutende Kunst, auch wenn ein paar böswillige Berufsstänkeranten diese zum Einschlafen finden. Manche erinnern sich auch noch an die „Tangente“: mehr sinnfreie McGuffins sind schwer vorstellbar. Man denke nur an den ach so satirisch gemeinten „Pömpel“ mit Österreichfahne drauf, der zum „demokratischen Mitmachen“ (ein McGuffin pur) aufrufen sollte.
McGuffins sollte man also denen überlassen, die´s können. Dabei darf man gern auch 39 Stufen benutzen.