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Tibfähla

Text Tina Reichl Ausgabe 05/2019

Auf facebook schreibt eine Dame „Ich hete ein Navi zu vergeben, ein noamles Navi was geht für wenn ma mit denn Auto unterwegs ist“.
Ich atme tief durch und entferne den Kommentar wieder, bevor mein Finger den Button drücken kann! Phu! Das war knapp!
Ich scrolle schnell weiter. Der Standard.at hält mich mit einer rosa unterlegten Headline auf dem Laufenden! „Keine der beiden (Parteien?) Beantworten Fragen von Journalisten.“
Aha, Zeitwörter also jetzt groß und in der Nennform? Natürlich gibt es eigene Regeln fürs Internet – Kleinschreibung, kurze Sätze – und ja, oft ist auch diese dämliche Autokorrektur schuld. Aber warum liest man sich sein Getippse nicht wenigstens kurz durch, bevor man auf „Senden“ geht? Wie viele Unschuldige werden gezwungen, den inneren Rotstift zu aktivieren und sind aufgrund ihrer Wohlerzogenheit dazu verdammt inne zu halten: Nein, ich schreib nichts, es könnte sich um einen Menschen mit Migrationshintergrund handeln! Nein, es könnte dem Schreiber unangenehm sein, ihn auf einen Tippfehler aufmerksam zu machen! Aber damit ist jetzt Schluss!
Steht auf, erhebt euch, gemeinsam sind wir stark! Alle Herr und Frau „Gscheids“ dieser Welt verbrüdert euch! Holt die alten Sprüche aus der Schublade: Wer nämlich mit h schreibt ist dämlich! Ja, gebt mir mehr! Wir lassen uns nicht länger für dumm verkaufen! Wenn ihr ein Wort nicht wisst, dann googelt es gefälligst! Die Jugend unterhält sich ohnedies nur mehr mit Akronymen wie LOL, CU, OMG und schreibt kein Wort mehr aus – okay, aber dann wenigstens den Rest bitte richtig! THX!