MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

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St. Pölten

Text Roul Starka Ausgabe 02/2019

Nicht, was sollte St. Pölten tun, dass es Kulturhauptstadt wird, sondern: Was kann ich für St. Pölten tun, dass es Kulturhauptstadt wird. 
Wo St. Pölten draufsteht, ist St. Pölten drin, also: hingehen. Oder: Drinnenbleiben, wenn man schon drin ist. St. Pölten sagen, St. Pölten schreiben, singen, schreien (im Auto), was auch immer. Die gute St. Pöltner Prandtauertorte essen und bei jedem Bissen sagen: St. Pölten!
Wir St. Pöltnerinnen werden Gesetze der Energie anwenden, um Kulturhauptstadt zu werden. Wir sagen ab jetzt zu allen Gegenständen des täglichen Gebrauchs liebevoll: St. Pölten. Zahnbürste: Komm her, St. Pölten, lass uns schmusen. Zahnpasta: Komm, St. Pölten, lass dich drücken. Hände waschen: St. Pölten. Zu jedem Finger sagen wir St. Pölten, also: St. Pölten, St. Pölten, St. Pölten, St. Pölten, St. Pölten – links – St. Pölten, St. Pölten, St. Pölten, St. Pölten, St. Pölten – rechts.
So. Bis jetzt glauben natürlich alle, das sei eine reine Schmunzelkolumne und diene nur der Unterhaltung. Ist es nicht. Andere machen das mit uns tausendmal ärger und intensiver, da finden wir es normal. Wie oft lesen wir den Schriftzug McDonald’s oder Coca-Cola? Eben. Warum sollen wir das nicht mit St. Pölten machen, wir mit uns, wir mit St. Pölten? Für andere Institutionen machen wir es gern und freiwillig – wir machen Werbung, immer für andere statt für uns. Für uns St. Pöltner. Der Kühlschrank heißt ab jetzt: St. Pölten. Fernseher: St. Pölten. Fernbedienung: St. Pölten. Handy: St. Pölten. St. Pölten, es funktioniert, hab dich lieb!