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Rise like a phönix

Text Johannes Reichl Ausgabe 05/2019

„Rise like a Phönix“ meint Hannes „Hennes“ Beitl schmunzelnd über sein „Comeback“, als wir uns im EMMI treffen, und spielt damit auf die Abwicklung des EGON-Konkurses an, „aus dem ich mit zwei blauen Augen davon gekommen bin.“

Es ist ja kein Geheimnis, dass die letzten Monate eine ordentliche troubletime waren“, räumt er unumwunden ein und fügt hinzu, dass es „zugleich eine sehr lehrreiche Zeit war. Ich bin das ja 100 mal durchgegangen: Ich bin zwar seit 10 Jahren selbständig, aber im Hinblick auf die Führung eines Lokals, die wirtschaftliche Funktion des Geschäftsführers, den regelmäßigen Betrieb, Mitarbeiterführung etc. war ich definitiv überfordert – mir hat schlicht die gastronomische Expertise für die Fülle an Aufgabenbereichen gefehlt.“
Hennes, der Veranstalter, wollte seine Ideen in ein fixes Lokal gießen, „mein Konzept, etwa Richtung vegane Kost gehen, komplett rauchfrei, die Förderung der Subkultur etc. hat aber nicht funktioniert. Ich wollte ein Nischenprodukt in einem zu großen Lokal etablieren, da haben die Relationen nicht gestimmt – für dieses Angebot haben wir zu wenig Nachfrage gespürt. “

Fuhrmannshof still alive
Für die diversen kleinen, feinen Kulturschienen, die der Verein Fuhrmannshof umgesetzt hat, gab es aber sehr wohl Klientel, weshalb sich Hennes freut „dass meine Bemühungen gefruchtet haben, dass der Verein Fuhrmannshof jedenfalls diesen Sommer noch seine geplanten Veranstaltungen im Hof durchführen darf.“
Insgesamt sind über zehn Events geplant, wenn man auch manches Format, wie etwa „Lesestoff & Schnaps“ – das seine Wiege ursprünglich im EGON hatte, mittlerweile aber notgedrungen woanders eine neue Bleibe gefunden hat – schmerzlich vermissen wird. Aber Hennes verspricht trotzdem abwechslungsreiches Kulturprogramm, manches von ihm selbst programmiert „wie etwa der Auftritt von Roman Müller am 14. August“ anderes von Kollegen und Freunden „wie etwa Mine‘s Sounddrop, der Seniorenfloor-Wochenteiler etc.“
Ob der Verein Fuhrmannshof dann auch unter den neuen Lokalbetreibern seine Aktivitäten im Hof weiterführen wird können, steht in den Sternen – der Wunsch wäre bei Hennes jedenfalls da, wie herauszuhören ist. „Im nächsten Jahr ist etwa ja wieder Fußball EM – da war der Fuhrmannshof schon immer ein cooler Rahmen.“
Hennes selbst zieht es nach dem gescheiterten Ausflug in die Gastroszene übrigens eher in den sicheren Hafen eines soliden Angestelltenverhältnisses. Als Veranstalter wird er der Szene aber vorerst jedenfalls erhalten bleiben, etwa als Organisator „seines“ Beislfestes. Dann wird Hennes wieder diverse Lokale der Stadt bespielen, betreiben möchte er aber keines mehr „weil ich jetzt weiß, was das heißt. Chapeau, Chapeau vor jedem, der das schafft!“