MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

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Horror 2018

Text Thomas Fröhlich Ausgabe 11/2018

„Every day is Halloween.“ (Type O Negative). Es ist eine blutige Tatsache: Horror boomt, ob im Film, in der Literatur oder auch im Theater. Das Landestheater Niederösterreich etwa wartet kommendes Jahr mit einer Frankenstein-Adaption auf, im Kino metzelt sich soeben unser liebster Serienkiller Michael Myers durch die neblige Halloween-Nacht, „Suspiria“ lässt uns schreckensbleich um eine Gruppe weiblicher Internatszöglinge zittern und die LitGes St. Pölten widmet ihre aktuelle ETCETERA-Ausgabe „Körper.Teile“ der Frankenstein-Schöpferin Mary Shelley und ihrem 200-jährigen Monster. Was lange Zeit eher in der Schmuddelecke verortet wurde, scheint nun endgültig im Mainstream angekommen zu sein. Das wiederum gefällt „natural born“ Horrorfans mitunter gar nicht: Denn diese ungewohnte Akzeptanz des früher zumindest scheel Betrachteten ist etwa genauso sexy wie von den Eltern beim Kiffen erwischt zu werden und toleranzumflort erklärt zu bekommen: „Ja, wir haben das auch gemacht!“ The thrill is irgendwie gone. Und wenn in Filmen wie „The Dark“ Horrorelemente nur noch dazu dienen, langweilige Familienaufstellungen aus dem Sozialpädagogen-Kränzchen ins Kino zu überführen, gähnt sich der wahre Aficionado am liebsten gleich zurück in den „Midnight Meat Train“, wo Bahnfahren wenigstens noch ein echtes (wenngleich recht finales) Abenteuer darstellt. Doch seien wir ehrlich: Gegen manche Polit-Lemuren heimischer und internationaler Provenienz stellt sogar der Jigsaw-Killer eine reizende Alternative dar. Also: Herzblut für alle – es ist genug da!