MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

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Das, was fehlt

Text Thomas Winkelmüller Ausgabe 02/2019

St. Pöltens Jugend wandert ab. Das ist kein Trend, sondern Tradition. 
Wer das Nest nicht ganz verlassen möchte, der fährt zumindest fürs Essen raus nach Wien und genießt dort, was die Provinz nicht bieten kann. Klar, eine Stunde im Tokyo Buffet schaufeln macht so lange Spaß, bis man aufsteht und heimrollt, aber könnte die Stadt nicht doch mehr?
Eine kulinarische Goldader verläuft so gut wie unberührt durch die Stadt und wartet. Es müsste nur jemand kommen, der schürfen möchte: Ein junges, veganes Restaurant samt Café. Essen frei von Tierprodukten ist kein Trend, der einfach wieder verschwinden wird. Das steht mittlerweile fest. Nur gibt es in St. Pölten und Umgebung keinen Ort, wo man gleichzeitig gemütlich sitzen und gut vegan essen kann. 
Das Potenzial wäre da. Leider fehlt es dem Mandas ganz einfach an Platz, das Emmi ist nicht genug Restaurant und abgesehen von der unschönen Lage direkt hinter dem Bahnhof, riecht Evi’s wieder einen Hauch zu viel nach Pension. Nicht falsch verstehen: All diese Orte sind in Ordnung, es fehlt aber jedem etwas.
Was würde es also brauchen? Ein junges Team, das bereit ist zu arbeiten, und die Lage in der Innenstadt. Wer im veganen Bereich ein guter Gastronom werden möchte, muss nur nach Wien schauen. Die Lokale der Hauptstadt zeigen massenweise vor, wie es funktioniert. Viel Platz, schlichtes, aber jugendliches Design und genau, veganes Essen. Demjenigen, der die Chance ergreift, wird die Jugend die Bude einrennen. Darauf wette ich und ich esse Fleisch!