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Am Publikum vorbei . . .

Text Beate Steiner Gebloggt am 13.11.2014

Da war unlängst diese Frauen-Gesundheitsmesse im Wifi. Zu einem interessanten Thema: Schönheit  — Wahn und Wirklichkeit.

Gesundheits-Checks, Wässerchen, Salben, Pillen und Tipps gab’s auf den Ständen bis zum Raabsaal. Dort dann die Vorträge, Diskussionen. Gleich zu Beginn mit einer hochkarätigen Runde: Da war die quirlige, kompetente Psychologin, die seit vielen Jahren in ihrem Beruf mit Magerwahn und irrealen Schönheitsidealen schon bei Schulkindern konfrontiert ist. Auf der anderen Seite des breiten Experten-Spektrums die Schönheitschirurgin, die augenscheinlich entweder selbst Skalpell an sich angelegt oder den Kollegen ihres Vertrauens um Jugend verlängernde Schnitte gebeten hat.

In die kontroversielle Debatte der beiden nicht nur äußerlich grundverschiedenen Damen griff noch die Gynäkologin ein — mit Schilderungen wie aus einem Horrorfilm: Schon junge Mädels kommen mit dem Wunsch, photogeshoppten Medienbildern nicht nur punkto Stubsnase, Brustgröße und Beinlänge zu gleichen, sondern mit dem Busen auch gleich die weiblichen Geschlechtsorgane der digitalen Norm anzupassen. Barbie lässt grüßen. Komisch, dass sich die Männer nicht als Ken zurechtschnippseln lassen.

Das interessierte Publikum ließ sich durch die gruseligen Schilderungen nicht aus der messetauglichen Lethargie bringen. Bewaffnet mit unzähligen mit Proben gefüllen Sackerln lauschten rund 50 Damen, teilweise gesunde Apferl kauend, den Expertinnen. Durchschnittliches Alter der Zuhörerinnen: 70plus. Für sie war die Diskussion wahrscheinlich wirklich ein Science Fiction Film aus einer anderen Welt.