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Verdachtsmomente

Text Thomas Fröhlich Ausgabe 03/2017

Sie sind verdächtig. Ja, Sie, der oder die Sie soeben diese MFG-Ausgabe lesen. Sie brauchen sich gar nicht umdrehen – hinter Ihnen ist niemand (zumindest NOCH nicht, he he!).
Schon alleine, dass Sie dieses Heft in der Hand halten, macht Sie verdächtig: nämlich der Bereitschaft, sich offenbar mit unterschiedlichen Meinungen zu beschäftigen. Vielleicht sogar einer wie auch immer gearteten Differenzierung fähig zu sein. Gut Recherchiertes über „alternative Fakten“ zu stellen. Zu einem leeren Glas „leeres Glas“ zu sagen, auch wenn Ihnen in einem der so genannten sozialen Netzwerke mit untergriffigem Nachdruck erklärt wird, es handle sich eindeutig um ein volles, da das leere nur eine Erfindung mexikanisch-chinesischer Freimaurer sei.
Und eins ist halt auch sicher: Es sind nicht nur die mit den ganz blöden Frisuren, die Ihnen ratzfatz ein X für ein U vormachen wollen, weil ihnen das U ideologisch grad nicht in den Kram passt. Auch mancher im kuschligen Boboville eingebetteter Berichterstatter übt sich lieber in der schönen Kunst der Auslassung, wenn sich die Wahrheit wieder einmal nicht politisch korrekt verhält. Dummheit kennt bekanntlich keine politischen Lager.
Drum freut’s uns doppelt, dass Sie uns lesen. Auch (oder weil) wir nicht alles über einen Kamm scheren und hemmungslos glattbügeln (zumindest geben wir uns Mühe, jawohl!).
Aber wie gesagt: Das macht Sie verdächtig – nämlich den Pöbelkaisern und ihren Krakeelern NICHT auf den Leim zu gehen. Was Selbigen wiederum gar nicht passt.
Seien Sie also auf der Hut! Nachdenken kann in der Zwischenzeit nämlich ernsthaft Ihre Gesundheit gefährden. Und da helfen dann weder Packungsbeilage, Arzt oder Apotheker.