MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

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Stier ?

Text Herbert „Hebi“ Binder Ausgabe 03/2017

Vielleicht kennen sie ja die Geschichte vom alten Stier hoch auf der Alm. Im milden Licht seiner Jahre versucht er, die Jungbullen zu beruhigen. Ganz aus dem Häuschen sind die, weil unten eben die neuen Kalbinnen ausgeladen werden. „Wenn wir uns nicht rühren und ganz leise sind“, raunt er, „dann bemerken sie uns gar nicht“ …
So ähnlich agieren derzeit unsere beamteten Kulturverantwortlichen. 2024 stellt Österreich wieder eine „Kulturhauptstadt Europas“. 2018 fällt die Entscheidung. Seit Monaten trifft sich eine engagierte Plattform beim Vinzenz Pauli, um eine Bewerbung für die Region St.Pölten-Krems vorzubereiten. So, wie seinerzeit ein Landeshauptstadtkomitee in Seelands Extrastüberl Realutopien wälzte.
Hört man was aus der Prandtauerstraße – nicht einmal das Echo vom Hauch eines Mucksers. Und vom Land? Mit outgoing Erwin ist denen their masters voice abhanden gekommen. Sollte die Kultur tatsächlich ressortmäßig der Landeshanni zufallen, wird die gleich zum Start ein so ambitioniertes Projekt  angehen? 2024 wäre sie dann übrigens eh schon 60 …
Ambivalent auch Lilienfeld, Herzogenburg, Göttweig und Melk: schweigende Kirche. Dafür von Böheimkirchen bis Traismauer alles touristisch Feuer und Flamme. Zwei neue Hotels bekäme man ja ohnehin demnächst in der Metropole. Bei einem wird die Rezeption, fast den ganzen Tag über besetzt sein.
Für die Frigidität der Hauptstadt dem Thema gegenüber dürften aber schlicht die Finanzen ausschlaggebend sein. Man ist – und da kommen wir zum Ausgang zurück – stier.

PS: Das Geld für die neue Landesgalerie mal 2 – und Niederösterreich hätte für alle Zukunft mit der zentralen Kulturregion St. Pölten - Krems ein „fünftes Landesviertel“ (gehabt).