MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

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shopping real

Text Beate Steiner Ausgabe 03/2017

Online Shoppen ist öde. Zuhause isoliert vorm Bildschirm sitzen und mittels Suchkriterien einen pinken Pulli oder blitzblaue Schuhe finden, kann gar nix. Das ist wie Essen am Bildschirm oder ins Kochbuch schauen, kein wirklicher Genuss.  
Durch die Stadt schlendern, die kuschelige Wolle eines leuchtrosa Pullovers fühlen oder das duftende Leder strahlend blauer Pumps riechen, beim angeregten Gespräch mit einer netten Verkäuferin, eventuell mit einem Glaserl Prosecco in der Hand — das hat was. Das ist ein sinnliches Erlebnis, wie ein feines Picknick in der Blumenwiese. Und Shoppen in der Wirklichkeit hat nur Vorteile. Man kann zum Beispiel überraschend schöne Dinge finden in den St. Pöltner Geschäften, die sicher passen oder vor Ort passend gemacht werden. An denen kann man sich unmittelbar freuen, weil sie sofort ihren neuen Besitzer oder dessen Heim schmücken.
Wenn andrerseits der Misanthrop daheim ein paar Mal auf den Apple klickt und damit eine Bestellung auslöst, dann muss er warten, bis der Postmann oder die Packerlfrau klingelt, was die nicht immer zur richtigen Zeit tun.
Also muss der Online-Shopper sich meist mit dem Auto zur Packerlstelle oder Post begeben, einen Parkplatz suchen, sich in die Schlange vorm Postschalter reihen, seinen Platz vor Dränglern verteidigen, dem grantigen Mann hinter dem Schalter einen gelben Zettel reichen, das Packerl mit nachhause nehmen, auspacken, den Karton entsorgen oder das nicht passende Teil wieder einpacken, sich zur Post begeben, sich anstellen und so weiter und so fort. Natürlich muss der Versandkäufer auch die Versandkosten zahlen, der Stadtshopper kann diese in einen gemütlichen Kaffeehausbesuch investieren. Und das ist natürlich alles andere als öde.