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St. Pöltens gute Seite

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Polit-Triathlon

Text Beate Steiner Ausgabe 06/2011

Auf die Plätze – fertig – los. Auf in den Kampf um die Gemeinderatssitze. Bis zum 3. Juli gibt’s den Polit-Triathlon aus Wadlbeißen, Imponiergehabe und Dauerpräsenz.
Die angriffigen Bad Guys der Oppositionsparteien übertrumpfen einander im Schimpfwörter-Spucken und Diffamieren und lästern über das, was bisher geschah, sind also im Wadlbeißen topgereiht.
Wer sich gekonnt aufplustert, jede Idee, jeden Steg und jeden für die Stadt vom Ministerium zugesagten Polizisten zu seinem macht und „Ich bin der Größte“ sagt, bis er glaubt, dass es auch die Wähler glauben, der hat alle Chancen, mit seinem Imponiergehabe bei den Medien zu punkten. Um dort dauerpräsent zu sein. Dazu gehört auch die Königsdisziplin des Bilder-Springens. Wer da dabei sein will, muss schnell sein. Sonst haben die Fotografen schon abgedrückt und nix wird’s mit dem eigenen Konterfei in möglichst vielen Zeitungen. Profis wissen auch: Nur wer in der Mitte beim wirklich wichtigen Objekt der Fotografenbegierde steht, wird sicher mit belichtet.
Unsere Lokalmandatare sind also fest überzeugt, dass die Wähler ihre Sympathiewerte nach der Häufigkeit eines dokumentierten Auftritts vergeben, ganz egal, was der Mandatsanwärter über interessante lokale Themen wirklich denkt und wie er Probleme zu lösen gedenkt. Die Politiker irren, davon bin ich fest überzeugt. Dauerpräsenz macht nicht sympathisch. Imponiergehabe ist Ersatz für Kompetenz, ins Wadl beißen nur Kleingeister. Gefragt sind lösungsorientierte, fachlich fundierte, empathisch formulierte Ansagen unserer Gemeinderatsanwärter.
Dafür vergeben die St. Pöltner Punkte, nicht für den Polit-Triathlon. Wer die meisten Punkte gesammelt hat, bekommt’s Kreuzerl am 3. Juli.