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Please fasten your Seatbelts, here are LPH!

Text Thomas Winkelmüller Ausgabe 11/2017

Von den Hendlbrüdern zum Aushängeschild in Sachen Drum & Bass aus St. Pölten. Die Brüder Daniel und Aleksander Kaplan haben sich als DJ-Duo „LPH“ und Veranstalter von „Fasten your Seatbelts“ einen Namen gemacht, der bis nach Wien und weiter in der Szene ein Begriff ist.

Ihr seid mittlerweile Veranstalter einer der größten Drum & Bass Events Österreichs, Fasten your Seatbelts. Wie ist es dazu eigentlich gekommen?
Aleksander: Das war 2014. Daniel war damals in der Schülervertretung des BORG und hat das BORG-Gschnas veranstaltet und mich gefragt, ob ich nicht auflegen will. Ich hab zu dem Zeitpunkt schon hobbymäßig aufgelegt. Ich wollt das aber nicht alleine machen, weshalb wir uns dann einfach zusammengetan haben und ich ihm gezeigt hab, wie auflegen geht.
Daniel: Weil das Gschnas so ein Erfolg war, hat uns das Warehouse angeboten, ob wir nicht gleich eine eigene Eventreihe mit Drum & Bass machen möchten. So hat das angefangen.

Würdet ihr Fasten your Seatbelts mittlerweile als Familie bezeichnen?
Daniel:
Ja, eine nette Großfamilie!
Aleksander: Es gibt wirklich Leute, die einfach immer dabei sind und mithelfen, wo sie können und wollen. Shoutout an die Leute, die wissen eh wer gemeint ist! (lacht)

Vor LPH wart ihr Los Pollos Hermanos, deutsch die Hendlbrüder. Warum gerade die „Breaking Bad“ Referenz?
Aleksander:
Naja, wir sind beide Brüder und haben damals gerne „Breaking Bad“ geschaut. Damals ist noch die letzte Staffel gelaufen, und wir haben uns gedacht: Warum nicht?
Daniel: Wir haben das eigentlich nur aus Spaß gemacht. Hätten nicht gedacht, dass es einmal so weit kommt. Vielleicht hätten wir jetzt ja sogar urheberrechtliche Probleme.
Aleksander: Wir sind auch immer nur klein am Flyer gestanden. (lacht)

Es gibt Leute, die haben sich sogar LPH tätowiert. Wie fühlt ihr euch, wenn ihr sowas hört?
Aleksander:
Schon geehrt, aber verrückt fühlt es sich auch an!

Und warum veranstaltet ihr Fasten your Seatbelts heute immer noch?
Beide:
Spaß, wirklich hauptsächlich wegen des Spaßes daran.

Wollt ihr aus St. Pölten gehen mit FYS, Clubnächte andernorts veranstalten oder etwas in die Richtung?
Daniel:
Ja. Wir haben auch schon in Klagenfurt mit der dortigen Crew, die heißen „Beatboxx“, Veranstaltungen gemacht.
Aleksander: Also wir würden jetzt nicht von alleine außerhalb von STP was eigenes veranstalten, aber wenn uns jemand fragt, ob wir einen Floor hosten möchten, dann immer gerne!

Und was sind eure Ambitionen als DJs und Producer? Wollt ihr einmal Headliner auf Drum & Bass Festivals sein oder das Ganze lieber etwas kleiner und lokaler halten?
Daniel:
Wir produzieren schon, aber wir haben jetzt nicht unbedingt die Ambition dabei berühmt zu werden, sondern machen das eher aus Spaßfaktor und um zu schauen was passiert. Wir haben ja bis heute kein fertiges Release draußen.

Wieso habt ihr überhaupt zu producen angefangen?
Daniel:
Ich hab schon vorm Auflegen Fruity Loops installiert gehabt, wobei ich jetzt Ableton benutze, also das lag gar nicht so am Auflegen sondern mehr an der Musik an sich.

Und was hat euch dann zu Drum & Bass gebracht? Ich mein, ihr hört die Musik ja schon viel länger als es Fasten your Seatbelts gibt.
Daniel:
Ich glaub, das ist so die Standardantwort von Leuten in unserem Alter: Pendulum.
(Aleksander ruft: Pendulum!)
Daniel: Und halt so der Anfang der UKF Drum & Bass Zeiten.

Was macht Pendulum für euch so besonders?
Daniel:
Die Live-Sets mit Instrumenten und Gesang. Die waren echt immer sehr eindrucksvoll!
Aleksander: 2009 war ich auf meinem ersten Festival und da war Pendulum. Dort bin ich dann durch sie das erste Mal mit Drum & Bass in Kontakt gekommen!

Wie würdet ihr Drum & Bass jemanden erklären der keine Ahnung von der Musik hat?
Daniel:
Trommeln und Bass. (lacht) Es ist eine elektronische Musikrichtung, die aber instrumental angelegt ist. Man erkennt halt wirklich die Drum Beats und Anlehnungen an Gitarrenriffs. Ich denk da jetzt bisschen weiter zurück, der moderne Drum & Bass geht eh in eine andere Richtung.

Was sagen eigentlich eure Eltern zu dem, was ihr macht?
Aleksander:
Sind beide sehr stolz eigentlich und haben nix dagegen. Unsere Mutter teilt sogar manchmal unsere Events auf Facebook, das ist ziemlich cool!
Daniel: Es wird zum Glück immer berücksichtigt, wenn am nächsten Tag Familienessen ist. (lacht) Darf man dann manchmal schwänzen!

Wie kam es eigentlich dazu, dass ihr „Hit the Floor“ als Tochterevent ins Leben gerufen habt?
Daniel:
Wir hatten nie genug Platz für alle lokalen DJs und da Fasten your Seatbelts ziemlich bald nur noch für große Headliner da war, haben wir uns gedacht, wir brauchen auch etwas für DJs aus der Gegend und andere Locals.

Kann man von eurem Job leben?
Daniel:
Nein, kurz gesagt. Ohne Unterstützungen eigentlich nicht. Also wenn ich nicht studieren würde und mich voll und ganz drauf konzentriere und mehr produzieren würde, dann könnt es schon gehen.

Was wollt ihr nach Fasten your Seatbelts machen? Weiterhin Events oder doch Musikproduzent?
Daniel:
Ich werd auf jeden Fall im Laufe meines Lebens viele Jobs durchprobieren. Ich werd nicht mein Leben lang dasselbe machen.
Aleksander: Seh ich auch so. Jetzt ist es auch noch schwer zu sagen, finde ich!

Habt ihr Angst, dass wenn der Drum & Bass Hype wieder abnimmt, auch Fasten your Seatbelts und eure Karrieren etwas abgebremst werden?
Aleksander:
Nein, das ist dann einfach so. Wir müssten die Events dann halt wieder kleiner machen, aber das wär kein Grund für einen Stilwechsel.
Daniel: Wir müssten uns einfach der Größe der Szene anpassen, den harten Kern wird’s ja immer geben.

Abschlussfrage: Was würdet ihr gerne an Fasten your Seatbelts verbessern?
Aleksander:
Ich glaub wir würden gerne mehr Zeit hineinstecken können.
Daniel: Dann könnten wir auch besser ausgefeilte Veranstaltungen machen, weil meistens läufts schon sehr stressig ab und wir können nicht alles so machen wie wirs gerne hätten. Das liegt vermutlich aber auch daran, dass wir jetzt monatlich Events haben.

Das nächste Mal legen die beiden bei der BEATPATROL Winter Edition am 7. Dezember im VAZ auf. Dort hosten sie nebenbei auch gleich die gesamte Drum & Bass-Stage, mit Namen, die sich in der Szene hören lassen dürfen. Man sieht sich auf der Tanzfläche!


THE MAN BEHIND

Steve Ponta ist so etwas wie der Spiritus Rector von Fasten Your Seatbelts. Nach wie vor hat er seine Hände organisatorisch und als Booker im Spiel.

Ohne dich würde es Fasten your Seatbelts nicht geben. Immerhin hast du die beiden Kaplans damals gefragt, ob sie nicht die Veranstaltung auf die Beine stellen wollen. Warum hast du dir gerade sie ausgesucht? Fasten your Seatbelts ist damals entstanden, nachdem wir City of Bass auf nur mehr wenige Termine im Jahr reduziert haben und die Jungs von Toasted mit der Partyreihe aufgehört haben. Da war ich motiviert, was Neues zu starten. Ich habe die Kappis durch das Borg Gschnas kennengelernt und mich gleich recht gut mit ihnen verstanden. Den Sebi (Climax) habe ich am HTL Ball kennengelernt – da lag es fast auf der Hand, ein neues Team zusammenzustellen. Auf Facebook habe ich dann einfach alle in eine Gruppe geladen und meine Idee einer neuen Drum & Bass Eventreihe mit ihnen geteilt. Wir haben in der Gruppe nach einem Namen gesucht, und durchs Stöbern in alten Drum & Bass Tunes ist mir von Pendulum der Name „Fasten your Seatbelts“ aufgefallen. Irgendwie hat sich der gut angefühlt und wir haben ihn schließlich genommen.

Du arbeitest ja nach wie vor mit ihnen zusammen. Was ist dein Part bei Fasten your Seatbelts? Ich mach eigentlich die Koordination der Termine und die Bookings. Mit Daniel, der den Überblick hat, entscheiden wir dann immer alle gemeinsam, was bzw. wen wir als nächstes buchen.

Willst du noch eine Kleinigkeit über die beiden loswerden? Also: Der Daniel ist echt super kreativ, aber leider ein bisschen verplant, Aleks konzentriert sich seit einiger Zeit mehr auf die Uni, was natürlich sinnvoll ist, und der Sebi ist mittlerweile leider nur noch als DJ dabei!