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St. Pöltens gute Seite

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neu im leben

Text Michael Müllner Ausgabe 09/2016

An authentischen Erfahrungsberichten und gutgemeinte Ratschlägen hat es nicht gemangelt. Aber es liegt wohl an der „Komplexität“, dass man selber erleben muss, um zu begreifen, was meine Frau und ich gerade erfahren: Wir haben ein Baby!
Nach ein paar Wochen kann ich sagen, ja all die ehrlichen Berichte treffen zu. In all ihren Versuchen, das Anstrengende und Fordernde nicht zu kaschieren. Aber auch in allen Versuchen, das zu beschreiben, was für mich ein gutes Leben ausmacht. Dass man sein eigenes Leben öffnet für die Bedürfnisse eines anderen. Nicht nur für die Frau, die man sich ja selber gesucht hat und die man ja freien Stückes geheiratet hat. Sondern auch für dieses angstfreie, unvoreingenommene, neugierige Wesen, das da plötzlich wie durch ein Wunder mitten im Leben seinen Thron besteigt und gütig, nötigenfalls aber auch eisern, noch wortlos regiert: Hunger! Windel wechseln! Aufheben! Drehen! Herumgehen! Hand geben! Schnuller geben! Tief in die Augen schauen lassen!
Und das ist es wohl. Wenn du deinem Kind in die Augen siehst und du eine Vorstellung davon bekommst, was er nicht nur dir bedeutet, sondern was du ihm bedeutest. Dass du nun Vater bist und du von nun an gemeinsam mit diesem großartigen Geschenk wachsen wirst. Dass dein Leben nun Sinn macht, eben nicht nur für dich, sondern auch für ihn. Das ist es wohl – das Schönste am Vatersein.
Gleich gefolgt von unvergesslichen Eindrücken wie: Handhalten, während die Frau das Wunder der Geburt meistert, Nabelschnur durchschneiden, mit jedem Atemzug das Blau aus dem frischgeborenen Körper weichen sehen, die ersten Nächte gemeinsam durchmachen, beim Wickeln anpinkeln lassen, das Spital verlassen und vier Generationen am Tisch sitzen sehen. Die Demut des Lebens spüren. Schätzen.