MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

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Jugend Szene

Text Norbert Bauer Ausgabe 11/2004

Reine Abzocke

Ganz ehrlich – ich freue mich über die erste Ausgabe des revolutionären und "über-mächtigen", weil unabhängigen (!) "mfg". 

Als Kolumnist hab ich die Ehre, meinen Senf zu jugendkulturrelevanten Facts, Menschen-Anhäufungen und Szene-Umschichtungen dazuzugeben, hoffentlich am Puls der Zeit.

"Wir sehn, wir sehn, was du nicht siehst", lautet der Leitspruch des Magazins. Dieser scheint mir auch für folgende Frage passend. So kommt mir in letzter Zeit mir immer öfter die Kritik zu Ohren, dass die Eintrittspreise bei verschiedenen Events und Konzerten reine Abzocke seien. Ihr fragt mich, wer sich denn nun dumm und dämlich verdient: die Veranstalter oder die Acts?

Die vielleicht überraschende Antwort: Keiner von beiden! Von den Einnahmen wird ein Viertel allein von den Gebühren, Steuern, AKM-Beitrag und Lustbarkeitsabgabe (die in St. Pölten sehr hoch ist, während sie in Wien für Konzertveranstaltungen beispielsweise überhaupt nicht eingehoben wird!) aufgefressen. Die gesamte Technikausstattung verschlingt ein weiteres Viertel. Das dritte Viertel geht für Personal, Werbung, Catering und diverses "Kleinvieh" auf. Mit dem Rest sollten die Künstler/DJs/Bands bezahlt werden – wenn es sich aber nicht mit den Einnahmen ausgeht, trägt allein der Veranstalter das Verlustrisiko. Falls dann noch wirklich etwas überbleibt, wäre das rein theoretisch der Gewinn des Veranstalters – was leider nicht so oft vorkommt. Aber vielleicht klappt's ja beim nächsten Mal.

Die einfache Rechnung Eintrittspreis mal Besucher geht eben nicht auf! Aber trotzdem macht es Spaß! Vielleicht kann ich ja mit dem Einen oder Anderen diese Diskussion im Warehouse oder im Club Maquie weiterführen.