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hauptsache: wir

Text Michael Müllner Ausgabe 06/2018

Setzt die Bundesregierung ihre Pläne um, werden viele Menschen ihre Gürtel enger schnallen müssen. Mit einer soliden Mehrheit im Parlament und in den aktuellen Umfragen gibt es für die Politstrategen aber keinen Grund ihre Wahlversprechen zu vergessen. Da ist das Gefühl im Volk, dass es „anderen“ zu gut geht. Dass sich „Leistung wieder lohnen“ muss und dass man darum „bei denen“ ruhig kürzen kann. Schuld sind ja immer die anderen, logisch. Aber die Frage ist, ob eine vernünftige Politik, die weiterdenkt als bis zur Wiederwahl, nicht eine moralische Mindestsicherung braucht. Eine Untergrenze, unter der sie sich nicht hergibt. Das Volk fordert diesen Grundkonsens scheinbar nicht ein, also müsste er von den Akteuren kommen, den Strahle- und Hintermännern. Eine christliche Grundhaltung? Ein gesundes Volksempfinden? Von mir aus. Doch diese pragmatische Einstellung, dass nicht jede Volte geht, nur weil sie in der Öffentlichkeit durchgeht, sehe ich nicht. Bleiben wir bei den Ärmsten: Mindestsicherung, Grundversorgung. Wer sich freiwillig und mit gutem Grund „westlichen“ Werten verpflichtet, der kann geflüchteten Menschen nicht die Existenzgrundlage verwehren. Sollte man meinen. Doch, das geht. Und bringt Applaus, Österreich 2018. Gezielt werden Bevölkerungsgruppen aus ihrer „Komfortzone“ geschossen. Den einen kürzt man die „soziale Hängematte“, für die anderen hat man nicht mal mehr ein Dach überm Kopf. Und wenn sie in ihrer Not dann was Dummes tun, dann haben wir es schon immer gewusst: So sind sie eben, die anderen. Hauptsache wir sind super.