MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

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Hanna, gegangen

Text Thomas Fröhlich Ausgabe 02/2018

Sie war einfach ... da. Nicht wegzudenken aus dieser Stadt. Ob man mit ihr geschäftlich oder privat zu tun hatte: Wenn sie etwas zusagte, dann war das unumstößlich. Punkt. Und da war ihre herzliche Freundlichkeit, die nie zu versiegen schien – auch als sich vor mehr als einem Jahrzehnt ihre Krankheit zu rühren begann. Manchmal schien Johanna Partaj diese richtiggehend zu verlachen. Weil sie auch immer voller Pläne und Träume war, ob als DJane Jeanne Dark oder als Fotografin. Vorerst als Autodidaktin lichtete sie gern Menschen in mitunter kräftigen und zugleich zerbrechlichen Posen ab, aber auch abgelegene Plätze, Orte oder Objekte, die im Verschwinden begriffen zu sein schienen. Vergänglichkeit war ein roter Faden. 2014 erhielt sie ihr Diplom für den Lehrgang für angewandte Fotografie an der FH, im selben Jahr folgte eine Ausstellung in der Rathausgalerie. Trotz wiederholter Chemotherapien ließ sich die Krankheit nicht bannen. Was Hanna nicht daran hinderte, regelmäßig mit dem Fahrrad umher zu kurven, Fotos zu schießen und sich im Kaffeehaus mit Freunden zu treffen. Sie machte nie ein Hehl aus ihrem Zustand. Aber auch in ihren tristesten Momenten versprühte sie zuweilen eine Lebensfreude, die ihresgleichen suchte. Und manchem Gesunden das Gewohnheits-Sudern zumindest vorübergehend austrieb.
Und plötzlich ist sie nimmer da. Im 56. Lebensjahr friedlich entschlafen, wie es heißt. Ein essenzieller Teil dieser Stadt ist weg. Wir leben und atmen weiter, aber etwas Schales ist dabei.
„Just passing through, ‚till we reach the next stage...“ (Joy Division). Wir vermissen Hanna.