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Der #metoo-Wahnsinn

Text Dominik Leitner Ausgabe 11/2017

Seit Wochen tauchen, von Hollywood ausgehend, immer neue Anschuldigungen gegen Männer bezüglich sexueller Belästigung, Missbrauch oder gar Vergewaltigung auf. Seither teilen Frauen jeden Alters unter #metoo ihre ganz eigenen Erfahrungen.
Anstatt einfach zuzuhören, diese Geschichten durchzulesen und vielleicht auch das eigene Verhalten zu reflektieren, haben sich viel zu viele Männer dazu entschieden, die #metoo-Kampagne als eine feministische, männerfeindliche Verurteilungsmaschinerie zu bezeichnen. Dabei wurden in den zahlreichen Erlebnisberichten innerhalb meines Facebook-Kontaktkreises niemals Namen genannt; hier sollte keine Hetzjagd stattfinden, sondern aufgezeigt werden, wie alltäglich dieser Wahnsinn ist.
Wer zuletzt die Anschuldigungen, die Rücktrittsrede und die zahlreichen Wortmeldungen zur Causa Peter Pilz gehört hat, kann vielleicht besser verstehen, warum Frauen oftmals lange Zeit über sexuelle Belästigung schweigen. Denn rasch werden aus Opfern Täterinnen, werden aus Belästig-ten Beteiligte an einer verschwörerischen Medienkampagne. Und irgendwann spricht man nur mehr über das erdachte Konstrukt und vergisst die (mutmaßlichen) Taten.
Liebe Männer, es ist wirklich nicht schwer: Hört einfach mal zu. Respektiert (verdammt noch mal) alle Frauen! Redet in eurem Freundeskreis darüber. Erkennt, dass nicht ihr es seid, die bestimmen, ab wann jemand belästigt wird. Das beginnt im ganz eigenen Unwohlfühlbereich. Und noch ein Tipp für all jene, die Angst haben, mit einem Flirt sexuell zu belästigen: Bitte flirtet nie wieder! Danke.