MFG - Das Magazin
St. Pöltens gute Seite

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Bleibt alles anders?

Ausgabe 11/2004

Nun ist er also da, der neue Bischof! DDr. Klaus Küng mutierte vom Visitator zum Terminator für Dr. Kurt Krenn. Nur äußerlich unterscheidet er sich dabei von seinem Vorgänger, inhaltlich hingegen sind beide schwergewichtige Vertreter des ultrakonservativen Lagers. Am augenfälligsten zeigt sich dies im Falle des oft als sektenähnlich bezeichneten Opus Dei, dessen Regionalvikar Küng jahrelang war. Zudem verlautet aus dem Ländle, wo Küng in Feldkirch Diözesanbischof war,  dass er dort nicht nur Freunde hatte -  um es euphemistisch auszudrücken. In seiner ersten Pressekonferenz in St. Pölten trat Küng freilich für „wahre Toleranz“ ein, was so viel heiße, dass man diese – so Küng an die Forderer gerichtet - nicht nur vom anderen fordern dürfe, sondern auch sich selbst abverlangen muss. Was Küng unter Toleranz versteht, machte er dann mittels eines Vergleiches deutlich, wonach er die verschiedenen kirchlichen Strömungen als Autobahn begreife. Nur, was ebenfalls unmissverständlich klar wurde: die Randsteine setzt Küng, und es ist zu erwarten, dass die Autobahn somit wohl eher eine Schmalspurvariante wird mit hohem Unfallrisiko für jene, die gern ausscheren. Kurzum: Für liberale Katholiken heißt es wohl weiterhin gut anschnallen! 

 

Das meinen die anderen christlichen Kirchen 

Altkatholischer Pfarrer Dr. Christian Halama: „Wie folgt man jemanden nach, der sein Amt ausgefüllt hat? DDr. Klaus Küng, der neue Bischof von St. Pölten tritt einediffizile Stelle an: auf der einen Seite medial breit getretene Skandalgeschichten (mit noch offenem Ausgang, da nicht abgeschlossen), auf der anderen Seite die Quadratur des Kreises- der Visitator, der kirchliche (Spitzen)funktionäre gesprochen und vertrauliche Fakten gesammelt hat, steht nun als neuer Bischof und Vorgesetzter da. Nachdem die christliche Botschaft Frieden in die Herzen der Menschen bringen möchte, verbinde ich mit meinen Wünschen zum Amtsantritt des neuen Bischofs auch die Hoffnung auf den Aufbruch des Positiven in der römischen Kirche -und auch im ökumenischen Miteinander der Kirchen in der Diözese St. Pölten. Gemeinsamkeiten gibt es unter Christen bekanntlich genug...“

Evangelischer Superintendent Mag. Paul Weiland: „Ich wünsche dem neuen römisch-katholischen Bischof, dass es in der Diözese St. Pölten zu einer guten Entwicklung und zu einem Miteinander kommt. Ich wünsche den Menschen in Niederösterreich, dass es den Kirchen immer besser gelingt, gemeinsam die Herausforderungen des Lebens aufzugreifen und glaubwürdig Lösungen anzubieten und zu leben. Ich wünsche den Kirchen, dass die ökumenischen Beziehungen vertieft werden und es auf allen Ebenen zu einem inhaltlichen Austausch kommt.“