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Blaue Wissensklüfte

Text Dominik Leitner Ausgabe 02/2018

Warum fehlt offenbar ausschließlich FPÖ-Funktionären dieses Gefühl, Nazi(bild)sprache und Antisemitismus zu erkennen?
In einem Liederbuch der Burschenschaft Germania findet sich eine Zeile, die (sehr vereinfacht gesagt) den Holocaust verharmlost. Mitglied dieser Burschenschaft war der FP-Spitzenkandidat Udo Landbauer, der sich nach den Vorwürfen natürlich nicht gleich zurückzog, sondern sich zuerst mit „Jetzt erst recht!“ als Opfer darstellte.
Der damalige Tullner Bezirksobmann Andreas Bors nahm im November 2017 sein Bundesratsmandat nicht an, nachdem er wegen Bildern mit Hitlergruß unter Druck geraten war. Eine andere Funktionärin lernte erst kürzlich, dass der Begriff „Untermenschen“ als Bezeichnung für männliche Flüchtlinge nicht nur absolut beleidigend ist, sondern auch aus dem Sprachgebrauch der Nazis stammt.
Dem Pressesprecher des Vizekanzlers musste man erstmal erklären, dass es einen Unterschied zwischen der Online-Enzyklopädie Wikipedia und einer anderen, rechtsextremen Version gibt, nachdem er einen Link von ebendieser gepostet hatte. Und dem FP-Innenminister Kickl „rutschte“ bereits Anfang des Jahres der „Konzentrieren“-Sager raus.
Die Sache ist die: Man nimmt ihnen diese Unwissenheit einfach nicht ab – das hat alles System. Doch jetzt – wo sie in Regierungsverantwortung sind – schaut man wieder genauer hin. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir die Medien schützen und fördern – vor all den „Fake News“-Plattitüden, Medienkampagnen-Vorwürfen und Unter-Druck-Setzens von Seiten der ewigen Opfer-Partei.